Der Linolschnitt
Albert SchweitzerDer Linoldruck ist ein Hochdruckverfahren. Er wurde 1860 erfunden und ursprünglich als Fußbodenbelag entwickelt. Als künstlerische Drucktechnik wurde es zu Beginn des 20 Jahrhunderts das erste Mal verwendet. Der Wiener Künstler Franz Ciseh verwendete das Material für experimentelle Arbeiten in der schulischen Kunsterziehung. Die ersten Linoldrucke erschienen 1910 in Kunstzeitschriften und wurden bald darauf für Buchillustrationen und Plakate in ganz Europa verwendet. Ursprünglich hat man es als billigen Holzersatz für den Holschnitt verwendet. Doch sehr bald entdeckten die Künstler, seine für bestimmte grafische Wirkung besondere gut geeigneten Charakteristika. Bekannte Künstler wie Matisse, Picasso und Roy Lichtenstein beschäftigten sich immer wieder mit dem Linolschnitt. Heute nutzen wir diese Technik fast ausschließlich in pädagogischen und künstlerischen Anwendungen. Alle Vorzüge sind erhalten geblieben: günstiges Material, rasche Ergebnisse.
Seit seiner Stiftung im Jahr 1989 schreibt die Stadt Bietigheim-Bissingen alle drei Jahre den Grafikpreis »Linolschnitt heute« aus. 2010 fand er zum achten Mal statt. Ich habe mir die Ausstellung der Preisträger angeschaut und war so faziniert, dass ich schon kurze Zeit später mit dem Linolschnitt selbst angefangen habe. Seit August 2010 habe ich nun etwa 70 Platten geschnitten. Auch hier ist mein Hauptmotiv der Mensch und das Tier. Als Vorlage dienen eigene Bilder aber auch Bilder, die ich im Internet gefunden habe. Ich bearbeite sie und versuche sie dann als Linolschnitt umzusetzen.
Die Drucke sind ausschließlich Handabzüge mit einer max. Auflage von 10 Stück.
Manfred Alex-Lambrinos